Vereinsgeschichte
Unser Verein
So hat alles begonnen
Am 28. Juli 1925 fand sich auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Johannes Ohm ein kleiner Kreis Werner Bürger im Hotel Overmann zusammen, um die Gründung eines Heimatvereins vorzubereiten. Kreisheimatpfleger Dr. Lappe aus Lünen legte die Bestrebungen und Ziele eines Heimatvereins den Anwesenden dar, die Sparkassendirektor a.D. Adolf Hocks zum Vorsitzenden wählten.
Die bei der Gründung formulierten Ziele „Wahrung der Heimatgeschichte“, „Einsatz zum Schutz historischer Baudenkmäler sowie Pflege der plattdeutschen Sprache und des historischen Schrifttums“ führten in den ersten Jahren mit einer Reihe von weiteren Aktivitäten dazu, dem Verein Ansehen in der Stadt zu verschaffen. Doch schon im Jahr 1928 hatte Adolf Hocks sein Amt ohne eine Nachfolgeregelung niedergelegt. Die Gründe dazu konnten nicht gefunden werden. In einer Aktennotiz der Stadtverwaltung von 1930 ist vermerkt, dass der Verein 1928 eingeschlafen ist. Einzelne Tätigkeiten gab es noch von Franz Bülhoff, der als Schriftführer und Mitglied der Stadtverwaltung im Jahr 1931 noch eine Flurnamensammlung und eine dazugehörige Karte erstellte.
So gab es durch die Nationalsozialisten in Werne nach der Machtübernahme keine Gleichschaltung des Heimatvereins.
Neubeginn nach 1945
Bürgermeister Wenning hatte ein Rundschreiben des WHB vom 15. Oktober 1945 zum Anlass genommen, den Heimatverein zu reaktivieren und wieder mit Leben zu füllen. So schreibt der an den pensionierten Lehrer und ehemaligen Schulleiter der Wienbrede-Schule, August Knaup, am 12. November 1945: „Ich glaube nun, diesen Verein im Interesse unserer Stadt wieder ins Leben rufen zu müssen und bitte sie, sich dieser wichtigen Aufgabe zu widmen. Sie sind ein echter, mit vielem urwüchsigen Humor gespickter Münsterländer, der sich als Leiter des Heimatvereins ganz besonders eignet.“
So nimmt der Heimatverein im November 1945 seine Arbeit wieder auf, ohne die offizielle Genehmigung der Alliierten abzuwarten. Der Jahresbericht 1946 an den WHB belegt dies. Am 7. Mai 1947 fand die neue konstituierende Sitzung des Heimatvereins statt. Wie erwartet, wurde August Knaup zum Vorsitzenden gewählt. Bis 1959 stand er dem Verein voran. Es gab vielfältige Aktivitäten und Zulauf aus der Bevölkerung. So wurden Kunstausstellungen, Aufführungen der Laienspielschar, Ausflüge, Schnadegänge und Herdfeuer-Abende auf Platt und vieles mehr organisiert.
Die Ära "Pollender"
Noch während der Amtszeit von August Knaup im Februar 1955 ist die Forderung an den Werner Stadtrat zur Bereitstellung geeigneter Räume zur Aufnahme von Museumsgut formuliert worden. Doch es blieb seinem Nachfolger, Realschullehrer Karl Pollender, vorbehalten, die Gründung des Werner Stadtmuseums zu vollenden. Verdientermaßen trägt es heute seinen Namen, nämlich "Altes Amtshaus Karl-Pollender-Stadtmuseum". Über 20 Jahre leitete Karl Pollender den Heimatverein mit viel Engagement und sichtbarem Erfolg. Er genoss ein hohes Ansehen in unserer Stadt. Er setzte sich nachhaltig für den Erhalt und die Restaurierung von Bildstöcken und Wegekreuzen ein. Man könnte beliebig mit der Aufzählung fortfahren. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet.
Die Zeit nach Karl Pollender
Franz Vorspohl, der Nachfolger von Karl Pollender, hatte sich hohe Ziele gesetzt. Doch sein plötzlicher Tod nach nur knapp einem Jahr Amtszeit traf den Heimatverein unvermittelt. Am 29. März 1980 trat der Bergmann Felix Vehring die Nachfolge im Amt an. Er engagierte sich vor allem für den Denkmalschutz und brachte durch zahlreiche Dia-Vorträge und Exkursionen den Werner Heimatfreunden Westfalen, insbesondere das Münsterland näher.
Die Zeit von Wilhelm Lülf und Joseph Funhoff
Nach rund 16jähriger Tätigkeit für den Heimatverein gab Felix Vehring sein Amt 1996 aus Altersgründen ab. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Lülf wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Er sieht sich gemeinsam mit seinen Stellvertretern Joseph Funhoff und Heidelore Fertig-Möller als Vorstands-Team, bei dem die vielfältigen Arbeiten auf mehrere Schultern verteilt werden und nach den jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen wahrgenommen werden.
Über 75 Jahre alt
Im Jahre 1925 gegründet, konnte der Heimatverein Werne e.V. im Millenniumsjahr 2000 auf seine 75jährige Geschichte zurückblicken. Das geschah im Rahmen einer Jubiläumsfestwoche im August und September 2000. In mehreren Einzelveranstaltungen und einer zentralen Feierstunde im historischen Rats- und Bürgersaal fand dieses Jubiläum einen würdigen Rahmen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.
Anläßlich dieses 75jährigen Jubiläums bezeichnete der Westfälische Anzeiger den Heimatverein Werne als "eine Spange von Altem und Neuem". Aus dem gleichen Anlass titelten die Ruhr Nachrichten "Heimatverein ist ein starkes Stück Werne".
Im Jahre 2015 konnte der Verein ein weiteres "kleines" Jubiläum feiern. Er wurde 90 Jahre alt. Bei einer Matinee im Stadtmuseum und Museumsgarten wurde dieser Tag im bescheidenen Rahmen gedacht.
"Ein starkes Stück Werne"
Der Heimatverein Werne erfreut sich in der Bürgerschaft einer beständigen Beliebtheit und Bedeutung. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt seit Jahren einen steilen Aufwärtstrend. Mittlerweile zählt unser Verein über 300 Mitglieder. Hinzu kommen als korporative Mitglieder der "Bürgerschützenverein Werne e.V. von 1653" und der "Schützenverein Lütkeheide e.V."
Die jüngste Zeit
Nach 24 Jahren als Vorsitzender des Heimatvereins trat Willy Lülf im Jahr 2020 aus Altersgründen nicht mehr für eine neue Wahlperiode an. Die Weichen im Vorstand waren für die jüngeren Generationen gestellt.
Frau Dr. Constanze Döhrer wurde als erste Frau Vorsitzende im Heimatverein. In ihren einführenden Worten betonte sie:“ Das ist etwas Großes, was sie mir in die Hand geben. Dazu ist es ziemlich alt, denn in 5 Jahren wird der Verein 100.“ Und weiter: “Es gibt ein paar Dinge, die ich ganz gut kann. Dazu gehört es, alte Dinge zu erhalten. Vor allem, wenn Sie mir in einem so tadellosen Zustand übergeben werden.“
Seit dem Jahr 2016 war sie Leiterin des Museums und hat mit Aufnahme ihrer Tätigkeit sofort im Heimatverein aktiv mitgearbeitet. Dadurch dass Joseph Funhoff als Stellvertreter mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung noch weiterarbeitete, war eine reibungslose Fortsetzung des Vereinslebens möglich. Neben die gut funktionierenden und bewährten Veranstaltungen sollten Aktionen mit neuen Aspekten treten. Frau Döhrer nahm die jüngere Generation und die Menschen mit einem anderen religiösen Bekenntnis besonders in den Blick. Doch schon kurz nach ihrem Antritt überzog die Corona-Pandemie das Land. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden, doch der Verein ließ sich nicht unterkriegen. Freiluftveranstaltungen waren noch möglich. Die Museumswiese wurde neu gestaltet und gefasst. Insektenhotel, Trockenmauer und Randstreifen wurden eingerichtet, sowie Wildblumen nach Anleitung durch den NABU eingesät.
An der Brücke über die Horne beim neuen Kreisverkehr an der Kreuzung Münsterstraße/Burgstraße ist der Platz für den Heiligen Nepomuk. Im Zuge der Anlage des Kreisverkehrs wurde das Heiligenhäuschen abgebaut und der Nepomuk in die Restaurationsobhut des Heimatmuseums gegeben. Der Heimatverein unterstützte die Restaurierung. Für einen neuen Sockel hatte der Heimatverein schon im Jahr 2020 gesorgt. Der Sandstein mit markanter Maserung war mit Sorgfalt ausgewählt worden. 2021 sind auch das Häuschen und die Figur des Nepomuk restauriert und wieder aufgestellt. Stadt, Sparkasse und der Heimatverein haben sich an den Kosten beteiligt. Dechant Schäfer hat in Anwesenheit von Vertretern der Stadt, der Sparkasse und dem Vorstand des Heimatvereins Figur und Häuschen neu eingesegnet. Eine zweite Einsegnung galt dem Bildstock an der Ecke Münsterstraße/Butenlandwehr. Sowohl der äußere Putz als auch das Innere wurden restauriert. Eine neue Marienikone schmückt nun das Ganze. Frau Doris Beische und Frau Dr. Döhrer haben auch den kleinen Garten um das Häuschen gesäubert, frisch hergerichtet und neu bepflanzt.
Die Besuche der Gebetshäuser anderer Religionen wurde von Frau Dr. Döhrer organisiert. Die Synagoge in Unna, der Hindutempel in Hamm und die Kirche der „Heiligen der letzten 14 Tage“ brachten den Heimatfreunden tiefe und neue Einblicke in andere Bekenntnisse.
Weil Frau Döhrer beruflich die Leitung des Historischen Museums in Bielefeld übernahm, wurde im April 2022 eine Neuwahl für den Vorsitz notwendig. Einstimmig fiel das Votum für die bisherige Schriftführerin Frau Barbara Schaewitz aus. Die neue Vorsitzende lobte mit ihren Begrüßungsworten die sehr gute Zusammenarbeit mit Frau Döhrer und hob ihre vielen neuen Anstöße für den Verein hervor.
Die Einbindung von Kindern mit ihren Eltern ist Barbara Schaewitz eine Herzensangelegenheit, die bei ihren Aktionsplanungen deutlich zu spüren ist. Der Auftritt einer Kindergruppe aus der Kita St. Josef, der Kindernachmittag „Rolle vorwärts“ im Museum und der Familienbesuch des Neulandhofes Jücker mit Hühnermobil und Schweinefüttern sowie der Bau einer Feuerstelle im Rahmen der Ferienaktion „Wernutopia“ der Stadt Werne waren Aktionen für Kinder mit besonderer Resonanz.
Die Kontakte zu den Heimatvereinen der Nachbargemeinden werden gepflegt. So wurde im Jahr 2024 das 25-jährige Jubiläum am Schnadestein Werne/Nordkirchen mit dem Heimatverein Nordkirchen gefeiert. Der Schnadestein wurde dafür gesäubert und die Umgebung hergerichtet. Dazu auch eine neue Bank aufgestellt. Die beiden Bürgermeister erneuerten das Versprechen der gutnachbarlichen Beziehungen. Auch der Besuch des Heimathauses in Capelle spiegelt das herzliche Engagement unserer Vorsitzenden.